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Der Erste Bürgermeister der Stadt Pforzheim im Gespräch mit PZ-Redakteur Thomas Kurtz. 

Ordnungsdezernent Dirk Büscher will Sicherheitsgefühl der Pforzheimer steigern

Pforzheim. Kriminalitätsstatistiken der Polizei sagen seit Jahren: Pforzheim zählt zu den sichersten Großstädten in Baden-Württemberg. In vielen öffentlichen Diskussionen schätzen einige Bürger jedoch die Sicherheitslage ganz anders ein. Warum das so ist und was die Stadt dagegen tun kann, erklärt Erster Bürgermeister Dirk Büscher in einem Videointerview auf PZ-news.

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Die offiziellen Zahlen deuten darauf hin, dass Pforzheim keine Kriminalitätshochburg ist. Die Goldstadt ist mit 7592 Straffällen auf 100.000 Einwohner im Jahr 2016 die drittsicherste Großstadt in Baden-Württemberg hinter Reutlingen (5936) und Heilbronn (7553). Deutschlandweit reicht es unter den 71 Großstädten laut einem aktuellen City-Ranking von Peak Ace AG und Bausparkasse Main zu Rang 8. Zum Vergleich: In Stuttgart (9663) und Karlsruhe (10.446) sind es deutlich mehr Straffälle. Freiburg liegt mit 12.887 Straffällen auf Rang 61.

Aber warum fühlen sich so viele Pforzheimer unsicher? Redet man in der Stadt zu wenig über das Gute? Oder hat Pforzheim tatsächlich Nachholbedarf bei der Gestaltung eines sicheren Umfeldes für die Innenstadt? Was kann helfen? Eine bessere Beleuchtung der Stadt, eine City-Streife, die unabhängig von der Polizei und zu problematischen Zeiten zu Fuß mögliche Gefahrenpunkte abläuft, oder eine flächendeckende Videoüberwachung? Was kann die Stadt tun, um Problemgruppen an diversen Punkten vom Schloßkirchenpark bis zum Vorfeld der Schlössle-Galerie in den Griff zu bekommen?
All diese Fragen beantwortet Ordnungs-Dezernent Dirk Büscher im Videointerview.

Dabei unterscheidet er zwischen der Statistik und dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Menschen. Letzteres werde von verschiedenen Faktoren geprägt. Politisch werde das Thema gerade heftig ausgespielt, aber auch die Medien würden das Thema groß besetzen. Man nehme den Bürger ernst mit seinen Sorgen und versuche auf verschiedenen Ebenen, gegen die Verunsicherung zu steuern. Da wäre zum Beispiel die City-Streife, die sich zu verschiedenen Zeiten durch die Stadt bewegt, auch Gruppen anspricht, deren Aktionen oder Geräuschpegel von anderen Bürgern als törend empfunden werden. Auchin Zusammenarbeit mit Polizei und Streetworkern würde auf diese Gruppen Einfluss genommen. 

Ein Thema, das Büscher umtreibt, ist die Videoüberwachung. Das deutsche Gesetz erlaube es nicht, Videokameras an jedem gewünschten Ort zu installieren. Vorbeugend schon gar nicht. Erst wenn eine Örtlichkeit eine hohe Kriminalitätsrate aufweise, könne man zu diesem Mittel greifen, aber da müsse eben leider immer zuerst etwas passieren. Die Stadtverwaltung, so Büscher, hoffe zum Einen auf eine baldige Gesetzesänderung und arbeite zum Anderen gerade an einem Plan, die Videoüberwachung doch noch einrichten zu können, zum Beispiel in den Fußgängerunterführungen im Bereich des Hauptbahnhofs. 

Für den Ersten Bürgermeister gehören Sicherheit und Sauberkeit zusammen. Da, wo Dreck liegt, stapelt sich bald noch mehr. Also müsse die Stadt mit den Technischen Diensten schnell dafür sorgen, dass Schmuddelecken aus dem Stadtbild verschwinden. Auch da stehe man im steten Dialog mit den Bürgern. 

Und dann gibt es im Videointerview zum Thema Sauberkeit noch einen kleinen abstecher zum Thema Gelber Sack. Auch da habe die Stadt reagiert, ohne es zu müssen, weil sie nicht selbst in der Pflicht war. Mehrere Maßnahmen würden nun sicherstellen, dass die Verteilung der Gelben Säcke besser funktioniere. Eventuell verhindert dass ja die ein oder andere wilde Müllablagerung im Stadtgebiet.

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