nach oben
Die Suche nach Spuren geht weiter. Geklärt werden muss, ob der dringend Tatverdächtige am Tatort und bei der Tötung unterstützt wurde und von wem. © Meyer
05.11.2018

Tötungsdelikt Simon Paulus: Zwei der drei Tatverdächtigen aus U-Haft entlassen

Pforzheim/Birkenfeld. Auf der Suche nach dem zunächst spurlos verschwundenen und tot im Hagenschieß-Wald gefundenen Simon Paulus aus Birkenfeld-Gräfenhausen hatten Beamte der Sonderkommission „Wagner“ drei Tatverdächtige ermittelt Nach Haftprüfungsterminen wurden zwischenzeitlich zwei der drei inhaftierten Männer wieder auf freien Fuß gesetzt. Der haupttatverdächtige Italiener bleibt aufgrund der im Zuge der Ermittlungen gewonnenen, ihn schwer belastenden Erkenntnisse aber weiter in U-Haft.

Bildergalerie: Pressekonferenz zum Fahndungserfolg im Fall Paulus

So gelang der Fahndungserfolg im Fall Paulus

Bildergalerie: Leiche in einem Pforzheimer Waldstück aufgefunden

Kriminaltechniker aus Pforzheim und Karlsruhe mit weißen Anzügen und Mundschutz waren im weiträumig abgesperrten Waldstück dabei, Spuren zu sichern.

Der bestehende Haftbefehl gegen einen 26 Jahre alten Griechen wurde bereits am Montag, 29. Oktober, unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Der Grieche war im Zuge der geführten Todesermittlungen wegen des Verdachts der Begehung eines weiteren Delikts am 16. Oktober festgenommen worden. Anhaltspunkte für ein Mitwirken am Tötungsdelikt Simon Paulus waren bei ihm zu keinem Zeitpunkt gegeben.

An diesem Montag wurde auch der 26-jährige Deutsche bei einem Haftprüfungstermin ebenfalls unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Der Mann hatte nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen dem 29 Jahre alten Haupttatverdächtigen ein Alibi gegeben und war deshalb in den Fokus der Ermittler der Sonderkommission geraten. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen kann dem Deutschen allerdings nicht nachgewiesen werden, dass er am eigentlichen Tatgeschehen in Birkenfeld beteiligt war.

Hauptverdächtiger schweigt - Der Vorwuf gegen ihn: Mord

Hinsichtlich des weiteren Delikts machten die aus der Untersuchungshaft entlassenen Tatverdächtigen umfangreiche Angaben. Ob der weiterhin inhaftierte und nach wie vor zu den Vorwürfen schweigende, dringend tatverdächtige Italiener am Tatort und bei der Tötung unterstützt wurde, ist Gegenstand der Untersuchung der unvermindert unter Hochdruck weiterarbeitenden Ermittler der Sonderkommission.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29-Jährigen – einem langjährigen, früheren Nachbarn des 50-jährigen Opfers – Mord und gemeinschaftlichen Raub mit Todesfolge vor. Aus der Wohnung des Büchsenmachers, Sportschützen und Jägers Paulus sind auch mindestens 30 Waffen verschwunden. Eine DNA-Spur aus Paulus’ Wohnung habe zum Italiener geführt.

Wo sind die Waffen von Simon Paulus?

Zum Verbleib der etwa 30 aus dem Haus in Gräfenhausen verschwundenen Waffen äußerte sich die Polizei nicht – auch nicht dazu, ob diese bei dem Einsatz gefunden wurden. Frühere Vergehen – aus dem Umfeld von Paulus war von einem zeitweisen Berufsverbot zu hören, weil er illegale Kriegswaffen besaß – seien, so die Polizei, strafrechtlich nicht mehr von Belang gewesen, sprich verjährt und aus den Akten gelöscht. Über einen aktuellen Waffenhandel des Opfers habe man keinerlei Erkenntnisse. Die sichergestellten Waffen, die Paulus in einer Wohnung in Herrenberg gehortet hatte, seien offensichtlich seiner Sammelwut zuzuschreiben.  

Leichenfund im Wald bei Pforzheim

Bildergalerie: Nach Leichenfund: Polizisten durchkämmen Wald erneut

Spurensuche nach Leichenfund: Polizisten durchkämmen Wald

Mehr dazu:

Tötungsdelikt Simon Paulus: Zwei der drei Tatverdächtigen aus U-Haft entlassen

Fall Simon Paulus: Noch keine Aussagen von den Verdächtigen

Neues im Fall des getöteten Simon Paulus: Was wir wissen - und was nicht

Mordfall Simon Paulus: Zwei Pforzheimer in U-Haft - Weiterer Raub geplant

Was verrät der Fundort? Staatsanwaltschaft schweigt zu Fortschritten im Fall Paulus

Fall Simon Paulus: Es sind doch illegale Waffen im Spiel

Warum dort? Leichenfundort stellt Soko vor ein Rätsel – Obduktion dauert an

Ticker zum Nachlesen: Ermittlungsstand im Vermisstenfall Simon Paulus