760_0008_9116473_Prozess_Paulus_01
Ursprünglich war angedacht, dass sich die Türen zur Schwurkammer des Karlsruher Landgerichts im Paulus-Prozess morgen ein letztes Mal schließen. Doch daraus wird nichts. Weitere Verhandlungstage werden nötig. 

Weitere Beweisanträge: Paulus-Prozess geht in die Verlängerung

Karlsruhe/Enzkreis/Pforzheim. Seit knapp viereinhalb Monaten läuft der Paulus-Prozess. 18 Verhandlungstage liegen hinter den Beteiligten. Akten wurden verlesen, Zeugen und Sachverständige angehört. Und eigentlich sollte er bis spätestens morgen zu Ende gebracht werden. Doch daraus wird nichts. Rechtsanwalt Ulrich Sommer, der Verteidiger des Hauptangeklagten, hat gestern weitere Beweisanträge gestellt.

Zuvor hatte der Vorsitzende Richter Leonhard Schmidt verkündet, dass der Befangenheitsantrag gegen ihn von den Vertretern der Strafkammer des Karlsruher Landegerichts als unbegründet zurückgewiesen worden sei. Sommer hatte diesen am Dienstag gestellt, weil er Absprachen zwischen Schmidt und Staatsanwältin Christine Roschinski vermutete. Schmidt räumte ein Telefonat ein, dabei sei es aber nur um organisatorisches gegangen.

Dies nahm Sommer zum Anlass, gleich einen weiteren Befangenheitsantrag hinterherzuschieben, der aber ebenfalls als unbegründet zurückgewiesen wurde.

Nun ist unklar, wie lange sich der Prozess noch ziehen wird. Schmidt forderte sämtliche Beteiligte auf, dem Gericht bis zum Prozesstag am Donnerstag mitzuteilen, wann sie in den kommenden drei Monaten zwingend verhindert sind, um auf diese Weise herauszufinden, an welchen Terminen die Verhandlung fortgesetzt werden kann.

Mehr lesen Sie am 12. September in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

[ In einer Multimedia-Reportage blickt die PZ zurück auf einen der spektakulärsten Fälle der Region: Vom Verschwinden bis zum Prozess – der Fall Simon Paulus ]

Sven Bernhagen

Sven Bernhagen

Zur Autorenseite