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Angeklagte beim Prozessauftakt im Fall Paulus am Landgericht Karlsruhe.  Foto: Meyer 

Paulus-Prozess: Abfragen am Dienstcomputer bei der Polizei und sexuelle Vorlieben

Karlsruhe/Pforzheim/Enzkreis. Um das dreimonatige Verhältnis einer Polizistin mit dem Hauptangeklagten, einem 30-jährigen Italiener, ist es bei der Fortsetzung des Paulus-Prozesses am Dienstag in Karlsruhe gegangen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit kamen dabei auch sexuelle Details zur Sprache.

Die Polizistin hatte nach dem Ende der dreimonatigen Beziehung, die von Mai bis Juli dauerte, ihre dienstlichen Möglichkeiten genutzt, um laut Gericht nach einem Zugriff im Juni auch noch im September und Oktober interne Abfragen am Polizeicomputer vorzunehmen. Sie beteuerte, aus polizeilicher Sicht tätig gewesen zu sein und keinesfalls dem Hauptbeschuldigten Informationen habe zukommen lassen. Auf sie aufmerksam wurde man, weil die Zugriffe durch die interne Überwachung nachvollziehbar sind. Der Italiener, der sich erst später als Hauptbeschuldigter herauskristallisierte, habe ihr nach dem Ende der Bekanntschaft per Snapchat vom „Diebstahl seines Fahrzeugs“ berichtet. Das habe erneut dienstliche Neugier bei ihr ausgelöst.

Zuvor bereits hatte der 42-jährige, deutsche Mitangeklagte, der am Abtransport des Opfers beteiligt gewesen sein soll und vom Italiener gar als Täter beschuldigt wird, eine Erklärung verlesen. Dabei hatte er seine schwierigen, finanziellen Verhältnisse im Tatzeitraum geschildert. Der vorbestrafte Mann war in fünfstelliger Höhe verschuldet und das führte zum Bruch mit seiner Freundin, ebenfalls einer Polizistin.

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[ In einer Multimedia-Reportage blickt die PZ zurück auf einen der spektakulärsten Fälle der Region: Vom Verschwinden bis zum Prozess – der Fall Simon Paulus ]