Pforzheim/Mannheim. Einer der spektakulärsten Prozesse der Pforzheimer Traditionsindustrie hat sein Ende gefunden, ohne dass eine zentrale Frage geklärt wurde: Der ehemalige Geschäftsführer der Schmuckkettenfabrik Cobra, Horst A., wurde vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Mannheim in allen drei Anklagepunkten freigesprochen: Den Betrug, die Untreue und die Insolvenzverschleppung konnte ihm die Kammer weder objektiv noch subjektiv nachweisen. Doch wo ist das verschwundene Edelmetall?
Die Frage, was mit den 120 Kilogramm Gold und über zwei Tonnen Silber, die vor neun Jahren aus dem Cobra-Tresor spurlos verschwunden sind, passiert ist, wird demnach wohl nie gelöst werden können. Andere Pforzheimer Firmen waren von dem sensationellen Verlust des Edelmetalls unverschuldet in wirtschaftliche Not geraten.
Das zuvor abgetrennte Verfahren, wegen Mängeln in der Buchführung, wurde gegen eine Geldauflage von 2000 Euro eingestellt. „Ich bin zufrieden mit dem Verfahren“, sagt Rechtsanwalt Joachim Brückner. „Die Staatsanwältin hat Augenmaß bewiesen.“


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