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Symbolbild: dpa 

Prozess um Betrug bei Cobra-Schmuck beginnt: 200 Kilo Gold und 1,6 Tonnen Silber verschwunden

Pforzheim. Es ist einer der spektakulärsten Kriminalfälle in der Geschichte der Pforzheimer Traditionsindustrie: An Ostern 2011 waren angeblich rund 200 Kilogramm Gold und 1,6 Tonnen Silber im Wert von über acht Millionen Euro aus dem Tresor der Schmuckfabrik Cobra an der Habermehlstraße verschwunden. Der Angeklagte, ehemaliger Geschäftsführer des Unternehmens, soll mit seinem Sohn und dem ebenfalls angeklagten Prokuristen an betrügerischen Aktivitäten beteiligt gewesen sein. Jetzt beginnt der auf 16 Verhandlungstage angesetzte Prozess.

Die Cobra GmbH soll sich bereits seit Beginn des Jahres 2010 in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben. Um die zunehmenden Liquiditätsschwierigkeiten zu umgehen, sollen die Angeklagten Horst A. und Volker Ö. einer Firma Silber zum Kauf angeboten haben, das sie nicht in der vereinbarten Menge zur Verfügung gehabt haben sollen. Der Geschäftspartnerin soll dadurch ein Schaden in Höhe von rund einer Million Euro entstanden sein.

Darüber hinaus wird dem Angeklagten Horst A. zur Last gelegt, er habe den Insolvenzantrag vorsätzlich zu spät gestellt und zudem in der Bilanz für das Jahr 2010 unrichtige Angaben gemacht. Des Weiteren soll er in drei Fällen, nachdem spätestens am 31. Dezember 2010 die Überschuldung eingetreten sei, rechtsgrundlos Überweisungen in Höhe von insgesamt rund 128.000 Euro von den Konten der GmbH vorgenommen haben. Diese Überweisungen seien in Zusammenhang mit dem Erwerb einer Firma gestanden, wobei der Angeklagte Markus A. in einem Fall Beihilfe geleistet haben soll.

Den Angeklagten Horst A. und Markus A. wird des Weiteren zur Last gelegt, sie hätten sich im April 2011, um die Fehlbestände an Edelmetallen zu verschleiern, dazu entschlossen, bei der Polizei in Pforzheim Strafanzeige zu erstatten und dabei bewusst der Wahrheit zuwider anzugeben, dass erhebliche Mengen an Gold- und Silberwaren aus den Firmenräumlichkeiten entwendet worden seien. Die Strafanzeige soll der Angeklagte Markus A. erstattet haben. Der Angeklagte Horst A. soll gegenüber den Polizeibeamten weitere wahrheitswidrige Angaben zum angeblichen Tatablauf gemacht haben.

Prozessauftakt ist am Freitag, 22. November, um 9 Uhr vor der Wirtschaftstrafkammer des Landgerichts Mannheim. 16 Verhandlungstage sind bis 28. Februar 2020 terminiert.

Lothar Neff

Lothar Neff

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