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Die Rolle der Deutschen Bank im Pforzheimer Derivate-Fiasko wurde gestern beleuchtet. Zwei Zeugen des Kreditinstituts sagten aus. Foto: dpa-Archiv
Die Rolle der Deutschen Bank im Pforzheimer Derivate-Fiasko wurde gestern beleuchtet. Zwei Zeugen des Kreditinstituts sagten aus. Foto: dpa-Archiv
26.09.2017

Derivate-Prozess: Wenig Risiko – für Deutsche Bank

Pforzheim/Mannheim. Mitarbeiter der Deutschen Bank (DB) stehen im Derivate-Prozess um millionenteure Zinsverluste der Stadt Pforzheim nicht als Angeklagte vor dem Mannheimer Landgericht – anders als zwei Kundenberater des Branchen-Konkurrenten JP Morgan und die frühere Oberbürgermeisterin Christel Augenstein sowie die ehemalige Kämmerin.

Und doch hat die Große Wirtschaftsstrafkammer durch die Vernehmung von zwei DB-Mitarbeitern als Zeugen die Rolle des Kreditinstituts beleuchtet. Ein DB-Kundenbetreuer, der sich selbst Relationship-Manager und Generalist nennt, bemühte in der 105-minütigen Vernehmung x-mal Formulierungen wie „Ich kann mich nicht erinnern“ oder „Das weiß ich nicht mehr“. Derartige Gedächtnislücken hatte bisher noch kein anderer Zeuge offenbart.

Immerhin wurde bekannt, dass die Deutsche Bank, mit der die Stadt vor JP Morgan im Zinsgeschäft war, Pforzheim ein „theoretisch unbegrenztes Risiko“ auferlegt hatte. Andererseits hatte die DB, vor einer erfolgten Umstrukturierung, die Gewinnerwartung nach oben gekappt. „Wenn’s für den Kunden zu gut lief, konnte die Bank aussteigen?“, wollte Vorsitzender Richter Andreas Lindenthal wissen. „Das muss ein Thema des Konstrukts gewesen sein“, wich der Zeuge etwas aus.

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