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An der Jörg-Ratgeb-Straße wird ein 18-Jähriger bedroht und ausgeraubt. Der Täter entkommt Richtung Sedanplatz.  Foto: Meyer 
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An der unteren Lindenstraße fallen bei einem Streit Schüsse.  Foto: Ketterl 
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Am 1. Januar werden – ebenfalls am Sedanplatz – eine Frau und ihr Begleiter Opfer einer Straftat.  Foto: Meyer 

Mehr Straftaten mit Messern - Polizei in Sorge, Büscher mahnt

Pforzheim. Man müsse sich schließlich schützen – den Spruch hören sie immer wieder. Und immer öfter: Polizisten, die Jugendliche auf Waffen kontrollieren, so wie am Freitag vergangener Woche in der Pforzheimer Innenstadt. Zwei der vier Teenager hatten illegale Messer bei sich. Dazu gehören Spring-, Fall- oder Butterflymesser oder Messer mit einer Klingenlänge über zwölf Zentimeter.

Ganz und gar nicht zur Selbstverteidigung, sondern um eine Straftat zu verüben, wurden Messer in jüngster Zeit immer wieder eingesetzt. „Wir sehen das mit sehr großer Sorge“, sagt Polizeisprecher Frank Otruba, Kriminalhauptkommissar und vor seiner Zeit bei der Pressestelle und als Postenführer im Remchingen unter anderem als Drogenfahnder „auf der Gass’“ und dicht dran am Geschehen.

Der erste Tag des neuen Jahres ist noch nicht rum, als eine 20-Jährige am Sedanplatz unterwegs ist, von zwei unbekannten Männern ihrer Handtasche beraubt und ihr Freund mit einem Messer, das die Täter einsetzen, am Finger verletzt wird. Nicht aufgeklärt.

Ebenfalls in der Nähe des Sedanplatzes, an der Jörg-Ratgeb-Straße Richtung Stadtkirche, wird am Montag gegen 20 Uhr ein 18-Jähriger ebenfalls mit einem Messer bedroht. Der dunkel gekleidete und mit einem Schal maskierte Täter – um die 20 Jahre alt, etwa 1,85 Meter groß, Drei-Tage-Bart – erbeutet Bargeld (120 Euro), Papiere und ein Smartphone. Die Ermittlungen laufen.

Der Erste Bürgermeister und Ordnungsdezernent Dirk Büscher mahnt zum Handeln. Die Sorgen der Bürger seien „mehr als nachvollziehbar“. Daher habe die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten ergänzend zur Arbeit der Polizei bereits Maßnahmen ergriffen. „Persönlich treiben mir solche Vorfälle, mögen sie statistisch auch immer noch als Einzelfälle gelten, als Vater von drei Kindern die Zornesröte ins Gesicht“, sagt Büscher auf PZ-Anfrage. Reaktionen seien die City-Streife und die geplante Videoüberwachung in den Bahnhofsunterführungen. Er könne sich „gut vorstellen“, diese Ansätze auszubauen, also etwa die Präsenz von Ordnungskräften zu erhöhen. Das A und O sei der enge Kontakt mit der Polizei. So habe die Stadt einen zeitnahen Dialog über die Bereiche Schlössle-Galerie und Bahnhof initiiert. Grundsätzlich müssten Straftäter konsequenter und schneller verurteilt und mehr Polizisten auf die Straße gebracht werden. Gerade in Baden-Württemberg sei der Personalkörper der Polizei „sehr schlank“ und müsse aufgestockt werden. Der Wunsch nach Videoüberwachung scheitere „immer wieder an extrem hohen rechtlichen Hürden“. Büscher: „Ich hoffe sehr, dass der Gesetzgeber hier die Hürden durch die angekündigte Gesetzesänderung etwas senkt.“

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