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© Symbolbild: dpa
05.01.2017

Unsinnige WhatsApp-Kettenbriefe drohen mit Kontolöschung und Virus

Pforzheim. Die Sozialen Medien und deren leichtgläubige Nutzer machen es möglich: Jeder Blödsinn, vor allem, wenn er mit einer Drohung verbunden ist, wird vorbehaltlos geglaubt und munter geteilt. Dabei kann sich so eine Falschmeldung (Fake) lange halten. Vor einem Jahr schon geisterten WhatsApp-Nachrichten auf die Handy-Displays, in denen es darum ging, eine WhatsApp-Meldung mehrfach zu teilen, um eine Kontolöschung oder eine Weiternutzungsgebühr zu vermeiden. Genau so unsinnig ist die auch nicht mehr taufrische Warnung vor der Annahme eines Kontaktes mit Namen „Ute Lehr“.

Jetzt scheint der Unfug wieder aufzuleben, wie WhatsApp-Nachrichten an PZ-news zeigen.

„Liebe Whatsapp-user! Wir, (Das Facebook-team) haben (wie ihr sicherlich schon bemerkt habt) Den kostenlosen Messenger 'whatsapp' für Insgesamt 16 Milliarden Dollar gekauft. Da wir nun Whatsapp besitzen, wollen wir nur die User haben die Whatsapp auch wirklich nutzen.“ So lautet in nicht ganz korrektem Deutsch der Anfang der Nonsens-Botschaft.

Und dann wird er richtig sauer, der imaginäre „Jim Balsamico (CEO der WhatsApp)“. „Wenn Sie (die Botschaft, Anmerkung der Redaktion) nicht weitergeleitet wird, betrachten wir Ihr Konto als ungültig und es wird innerhalb der nächsten 48 Stunden gelöscht. Bitte diese Meldung NICHT ignorieren, sonst wird WhatsApp die Aktivierung ihres Kontos nicht mehr erkennen. Wenn Sie ihr Konto wieder aktivieren wollen nachdem es gelöscht wurde, wird eine Gebühr von 25,00 auf Ihre monatliche Rechnung hinzugefügt.“

Wem jetzt die Knie schlottern ob der Lösch- und Gebühren-Drohung, dem kann geholfen werden. Die Essig-Spezialität Balsamico findet man weiterhin wie gewohnt im Salat oder auf anderen italienischen Spezialitäten, bestimmt auch bei Snacks für die Chefetage von WhatsApp. Aber dort begegnet man Balsamico nur auf dem Teller und nicht auf einem Chefsessel. „DIESMAL KEIN FAKE STEHT AUCH IN FACEBOOK DRIN!!!!!", heißt es an anderer Stelle. Dass auch auf Facebook über diese Meldung berichtet wird, ist nun wahrlich keine Empfehlung für deren Wahrheitsgehalt, sondern schon eher ein Hinweis auf deren Fake-Charakter. Ein weiterer Hinweis auf die Sinnlosigkeit dieser Aussage sind die bedeutungsschwangere Flut an Ausrufezeichen und die durchgängige Großschreibung.

Kurzum: Diese Meldung ist völliger Quatsch. Unser Tipp: Einfach löschen, bloß nicht weiterleiten. Informieren Sie auch den Absender über diesen Fake. Am besten schicken Sie ihm den Link zu diesem Artikel: http://pzlink.de/1bq

Das gleiche gilt auch für den Kettenbrief, der davor warnt, den Kontakt „Ute Lehr“ in die eigene Adressliste aufzunehmen. „Das ist ein Virus (über whatsapp) der zerstört die ganze Festplatte und zieht sich die Daten runter, wenn ihn einer deiner Kontakte erwischt, bist du auch betroffen, weil er sich durch die Liste frisst!“, heißt es in der Mitteilung. Die „Ute Lehr“ würde demnach einen höllischen Handy-Super-Gau auslösen, wenn die Horror-Nachricht nicht blanker Unfug wäre.

Aber es geht noch verflixter: „Wenn dich die Nummer 01719626509 anruft, nimm ja nicht ab! Ist ein Hacker und es werden auch all deine Kontakte betroffen sein! Es ist heute morgen auch von EUROP1 und SAT1 bestätigt worden! Weiterleiten!!“ So endet die Warnung, die Festplatten vor dem Auslesen und Zerstören schützen will.

Wer jetzt in Verzweiflung über die niederträchtige Onlinewelt gerät und zur Panikattacke ansetzen will, sollte sich gleich wieder beruhigen. In früheren Kettenbriefen dieser Art hatte „Ute Lehr“ auch schon Männernamen, und die Telefonnummer ist genau so ungefährlich wie ein Anruf bei der Telefonseelsorge. Einfach löschen und vergessen. Und dem Absender den Link zu unserem Artikel http://pzlink.de/1bq schicken. Schließlich soll ja niemand in ewiger Angst vor WhatsApp-Kontolöschungen oder Festplattenfressern leben.

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