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© Grafik: Sarina Nestele
11.06.2018

Fake-News: Es gibt weder den Martinelli-Virus noch WhatsApp-Gold-Updates

Pforzheim/Enzkreis. Es ist immer das gleiche Lied. Aktuell bekommt man von Freunden über WhatsApp wieder Virenwarnungen, die so falsch sind wie die orangefarbene Hauttönung von US-Präsident Donald Trump. Aktuell ist es eine Kombination aus zwei schon älteren Falsch- und Unsinnsmeldungen, die ohne jegliche reale Grundlage vor einem „Martinelli“-Virus und vor einem WhatsApp-Gold-Update warnen.

„Morgen soll ein Video auf WhatsApp kommen, genannt martinelli. Bitte nicht öffnen. Er hackt Dein Telefon und kann nicht mehr repariert werden. Auch WhatsApp Gold Updates nicht anklicken. Kam gerade in den Nachrichten und wird als sehr ernst eingeschätzt. Bitte weiterleiten.“ Wer diese Nachricht bekommt, kann getrost den Absender darauf hinweisen, dass es keinen Virus mit diesem Namen gibt und auch eine WhatsApp-Gold-App nebst passenden Updates gibt es nicht. Alles reiner Quatsch.

Das Märchen vom „Martinelli“-Virus tauchte zuerst Anfang des Jahres im Ausland wieder auf und schwappte dann nach der Übersetzung auch auf deutsche Smartphones. Die spanische Polizei verwies schon vor einem Jahr auf diese Fake-News.

Nichts anderes gilt auch für Updates der App WhatsApp Gold. Diese gibt es nicht, folgerichtig kann man auch mit nicht existierenden Updates kein Unheil anrichten. Schon 2015 tauchte diese Unfugmeldung auf. Wahrer ist sie über die Jahre hinweg nicht geworden.

Wie unterbricht man diese Kettenbrief-Lawine? Diese albernen Horrormeldungen darf man auf keinen Fall weiter teilen. Löschen ist die einzig wahre Reaktion. Ganz wichtig: Teilen Sie den Absender darauf hin, dass es sich bei seiner Warnung um einen inhaltslosen Kettenbrief handelt, der nur unnötig Mitmenschen verunsichert. Gerne dürfen Sie Ihrer Nachricht an den Absender auch den Link zu unserem Artikel „Fake-News: Es gibt weder den Martinelli-Virus noch WhatsApp-Gold-Updates“ - http://pzlink.de/3sg – mitschicken.

Generell gilt: Bei Warnungen über WhatsApp oder Facebook oder anderen Sozialen Netzwerken sollte immer Vorsicht geboten sein, auch wenn der Absender ein enger Freund oder Verwandeter ist. Erstens sollte man nicht alles glauben, zweitens – und das ist noch wichtiger – nicht alles anklicken oder weiterleiten. Hinter dem vermeintlichen Link zum supercoolen Video oder zum Gratisschnäppchen kann sich ein Phishingversuch, ein Trojaner oder ganz profaner Datenklau verstecken.

Die Alarmglocken sollten schrillen, wenn in einem Text – oft in schlechtem Deutsch verfasst – hinter jedem zweiten Satz ein oder gleich mehrere Ausrufezeichen auftauchen. Wenn darauf hingewiesen wird, dass die Geschichte gerade im Fernsehen kam und schon ganz viele betroffen sind und man den Text unbedingt weiterleiten muss. Wer sich nicht ganz sicher ist, kann auf der Webseite mimikama.at im Suchfeld bestimmte Schlagworte eingeben und wird dann schnell und kompetent aufgeklärt.

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