nach oben
Im Wald neben der L340 zwischen Dobel und Bad Herrenalb suchte die Polizei intensiv nach Spuren des Tötungsdelikts. © Tilo Keller
21.09.2018

25 Hinweise zum erschossenen Iraker, aber noch keine heiße Spur

Dobel/Bad Herrenalb. So langsam legen sich Angst, Aufregung und ungläubiges Staunen bei den Menschen in Dobel. Am Montagabend gegen 22 Uhr wurde neben der L340 zwischen dem heilklimatischen Kurort am Rand des Nordschwarzwaldes und der Kurstadt Bad Herrenalb ein erschossener, aus dem Stadtkreis Baden-Baden kommender 47-jähriger Iraker gefunden.

Es sieht aber inzwischen so aus, als habe das Tötungsdelikt wohl nur zufällig etwas mit diesen beiden Orten zu tun. Misstrauen und Grauen könnten bald der Normalität weichen.

An der schnellen Auflösung des Dramas arbeitet auch die „Sonderkommission Tanne, die um vier Beamtinnen und Beamte, auf nun 38 Ermittler verstärkt wurde“, erklärt Polizeisprecher Dieter Werner. „Auch über das Wochenende“ werde, so Werner, „mit Hochdruck an der Aufklärung des Verbrechens“ gearbeitet. Im Zusammenhang mit den mindestens von einer Zeugin wahrgenommen Schüssen am späten Montagabend im Bereich der L340 und in Verbindung mit dem grauen, rechtsgelenkten Audi A6 des Irakers, der am Mittwochmittag im 40 Kilometer entfernten Maximiliansau sichergestellt werden konnte, sind bei der Sonderkommission bislang 25 Hinweise eingegangen. „Eine heiße Spur ist jedoch nicht dabei“, bedauert der Polizeisprecher.

Bildergalerie: Leiche mit Schusswunden bei Dobel entdeckt

Am Straßenrand der L340 zwischen Bad Herrenalb und Dobel wurde die Leiche des Irakers im September entdeckt.Bei Tageslicht wurde der Fundort der Leiche neben der L340 zwischen Dobel und Bad Herrenalb von den Spurensuche-Experten noch einmal genauer unter die Lupe genommen.

„In erster Linie gilt es durch Vernehmungen von Angehörigen und Personen. mit denen das Opfer Kontakt hatte, das Umfeld des Getöteten aufzuhellen“, teil Werner mit. Etwa 15 bis 20 Jahre soll der Iraker schon in Deutschland gelebt haben. Lange genug, um ein weit verzweigtes Beziehungsnetzwerk aufgebaut zu haben. Und da müssen nun die einzelnen Verhältnisse beleuchtet und die einzelnen Kontaktpersonen befragt werden.

Ob der 47-Jährige polizeibekannt war, welchen Familienstand er hatte und in welchen Kreisen er sich bewegte, wird nicht verraten. Ermittlungstaktische Gründe sprechen dagegen, heißt es bei der Polizei. Immerhin soll es eine Vermisstenmeldung gegeben haben, aber wer sie aufgab, ist noch ein Geheimnis. Ebenfalls noch nicht bekannt gewordene Hinweise vom Fundort der Leiche sollen in Verbindung mit der Vermisstenmeldung die Identifizierung der Leiche beschleunigt haben.

Auch über die Ergebnisse der Untersuchung des in einer Fahrzeughalle in Karlsruhe abgestellten Audi wird nichts weitergegeben. Wer das Auto gefahren? Wurde es am Fundort, der auch der Tatort sein soll, auf der L340 gesehen? Warum stand es in Maximiliansau? Noch hofft die Polizei auf weitere Tipps aus der Bevölkerung. Die bislang insgesamt 25 abgearbeiteten Hinweise schienen ja nicht besonders ergiebig gewesen zu sein.

Das Rätsel um den durch drei Schüsse getöteten 47-Jährigen – zwei Kugeln trafen den Kopf, eine drang in die Brust ein – geht also weiter. Gut möglich, das noch gar kein konkretes Motiv in Sicht ist. Werner hatte zuvor schon zur Wochenmitte gegenüber PZ-news erklärt, dass man ergebnisoffen in allen Richtungen ermittle. Vielleicht führt ja der Wochenend-Einsatz der Ermittler zu neuen Hinweisen.

Die Polizei bittet weiterhin Personen, die am Montagabend Schüsse gehört oder sonstige verdächtige Beobachtungen gemacht haben, die zu Fahrtbewegungen oder Standpunkten des Audi A6 Auskunft geben können, sich mit dem Kriminaldauerdienst in Karlsruhe, Telefon (0721) 666-5555 in Verbindung zu setzen.

Mehr zum Thema

25 Hinweise zum erschossenen Iraker, aber keine heiße Spur

Bei Dobel erschossener Iraker lebte schon länger in Deutschland

Tötungsdelikt in Dobel: Zwei Schüsse in den Kopf, einer in die Brust

Polizei: Am Mittwoch neue Erkenntnise zum Leichenfund bei Dobel - noch viele offene Fragen

Leiche mit Schussverletzungen bei Dobel gefunden

Bei dem Toten handelt es sich nicht um den weiterhin vermissten Simon Paulus aus Birkenfeld. Mehr über sein Verschwinden lesen Sie hier:

Vermisstenfall Simon Paulus: Die Polizei erklärt ihr Vorgehen

Vermisstenfall Simon Paulus: So ist der aktuelle Stand der Ermittlungen

Suche nach vermisstem Simon Paulus aus Gräfenhausen geht weiter

Polizei veröffentlicht Bilder des Vermissten: Wer hat Simon Paulus gesehen?

Fieberhafte Suche nach Vermisstem und seinen Waffen: Was wir wissen und was nicht

Vermisster Gräfenhäuser: Ist auch ein Sturmgewehr verschwunden?

Ermittlungen im Fall von Simon Paulus laufen auf Hochtouren

Blutspuren des Vermissten gefunden: Wo ist der 50-Jährige aus Birkenfeld?