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Bei diesem Brand in Neubulach starben zwei Menschen, mehrere wurden schwer verletzt. © Kreisfeuerwehrverband Calw/Markus Fritsch/dpa
Bei diesem Brand in Neubulach starben zwei Menschen, mehrere wurden schwer verletzt. © Kreisfeuerwehrverband Calw/Markus Fritsch/dpa
Bei diesem Brand in Neubulach starben zwei Menschen, mehrere wurden schwer verletzt. © Kreisfeuerwehrverband Calw/Markus Fritsch/dpa
20.09.2017

Brandursache in Neubulach unklar: Mann stirbt durch Flammen, Frau erstickt

Neubulach. Die genaue Ursache des Brandes am Montag in einem Mehrfamilienhaus an der Badgasse in Neubulach konnte bislang noch nicht geklärt werden. Nachdem Brandsachverständige des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit Kriminaltechnikern des Kriminalkommissariats Calw den Brandort am Dienstagnachmittag untersucht hatten, ließ sich noch keine eindeutige Brandursache feststellen.

Hinsichtlich eines möglichen technischen Defekts dauern die Ermittlungen noch an. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung ergaben sich nicht. Wie die Obduktionen am Dienstagnachmittag ergaben, handelt es sich bei den in der Montagnacht beim Brand ums Leben gekommenen Personen mit hoher Wahrscheinlichkeit um den in der Wohnung gemeldeten 42-jährigen Mann und seine 72-jährige Mutter. Der Mann verstarb durch direkte Brandeinwirkung, die Seniorin erlitt eine Rauchgasvergiftung. Ein abschließendes, endgültiges Ergebnis zur Identifizierung steht noch aus.

Das Feuer war kurz vor Mitternacht in einer Erdgeschosswohnung auf der Gebäuderückseite einer dreistöckigen Wohnanlage im Zentrum des kleinen Kurorts mit rund 5500 Einwohnern ausgebrochen – die Polizei wurde um 23.50 Uhr alarmiert. In dieser Wohnung fand die Feuerwehr auch die beiden Toten.

Beim Eintreffen der Rettungskräfte waren der Polizei zufolge noch 18 Menschen in dem Gebäude. Sofort wurden alle Abteilungen der Feuerwehr Neubulach nachalarmiert, sowie die Drehleitern aus Calw und Altensteig zur Einsatzstelle hinzugerufen. Die Hausbewohner konnten mit den beiden eingesetzten Drehleitern sowie weiteren mobilen Leitern gerettet werden. Unter den 16 geretteten Personen befanden sich sieben Schwerverletzte und ein Leichtverletzter, die in die Krankenhäuser von Calw und Nagold gebracht wurden. Acht Bewohner konnten ambulant an der Einsatzstelle behandelt werden.

Die Löscharbeiten dauerten etwa drei Stunden. Einige der Wohnungen sind durch die Einwirkung von Rauch, Löschwasser und Ruß nicht mehr bewohnbar. Die Feuerwehr war mit 110 Einsatzkräften und 18 Fahrzeugen an der Einsatzstelle, das Deutsche Rote Kreuz mit 25 Rettungskräften und zwölf Fahrzeugen, sowie die Polizei.

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