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© Symbolbild: dpa
05.10.2018

Streit unter 50 Gaffern: Großer Polizeieinsatz an der Goethebrücke

Pforzheim. Mit durchdrehenden, quietschenden Reifen soll ein Autofahrer am Freitagnachmittag in Mühlacker aufgefallen sein. Die Polizei hätte gerne den Fahrer zu seinen befremdlichen Fahrmanövern befragt, zumal das Pforzheimer Kennzeichen bekannt war. Doch erst in Pforzheim gelang es der Besatzung eines Streifenwagens, das Auto zu entdecken und an der Goethebrücke bei der Jahnhalle anzuhalten - mit überraschenden Folgen.

Da sich vier Personen in dem Auto aufhielten und der alkoholisierte Beifahrer aufbrausend wurde, wurde sicherheitshalber gleich eine zweite Streife zum Kontrollort geschickt. Dabei blieb es aber nicht.

So viel Blaulicht lockt nämlich Zuschauer an. 40 bis 50 Personen sollen es laut Polizeisprecher gewesen. Und während sich die Beamten um die Personen- und Fahrzeugkontrolle kümmerten, entwickelte sich unter den Zuschauern ein Streit. Da den Beamten bekannt ist, wie sich in jüngster Zeit in Pforzheim Massenschlägereien scheinbar aus dem Nichts entwickeln können, wurden im Handumdrehen weitere Polizeikräfte in Richtung Goethebrücke geschickt.

Am Ende versammelten sich dort zehn Dienstfahrzeuge, was den Streithähnen wohl die Lust auf weiteren Stress. Schubsereien und mögliche Prügelattacken nahm. Die potenziellen Schläger hatten sich dann rasch beruhigt oder verdrückt.

Die Polizei sei laut einem Sprecher auf das Fahrzeug an der Goethebrücke aufmerksam geworden, weil es durch das Polizeirevier in Bretten zur Fahndung ausgeschrieben war. Demnach war kein vorderes Kennzeichen an dem Auto und die Heckscheibe kaputt. Aufgrund der Fahndung bemerkte die Pforzheimer Streife den Wagen und kontrollierte den Fahrer. Der 19-Jährige sei leicht alkoholisiert gewesen. Weitere Ergebnisse der Fahrzeug- und Personenkontrolle sind bislang nicht bekannt.

Gibt es in der Stadt mehr Schlägereien als früher?

Nach einem Hoch mit 123 Fällen im Jahr 2015 waren die Zahlen 2016 rückläufig – vergangenes Jahr verzeichnete die Polizei 111 Fälle von Körperverletzung im öffentlichen Raum. Doch in diesem Jahr scheint sich eine Trendwende abzuzeichnen. "Bei der Betrachtung der Vergleichszeiträume der letzten Jahre, jeweils von Januar bis August, stellen wir einen Anstieg der Körperverletzungsdelikte auf Straßen, Wegen und Plätzen im laufenden Jahr fest", räumt Raphael Fiedler, Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe, ein, "diese Tendenz werden wir weiter aufmerksam beobachten und auch auswerten."

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08.10.2018
Streit unter 50 Gaffern: Großer Polizeieinsatz an der Goethebrücke

[QUOTE=Isis;307349]Hauptsache, die Statistik stimmt. Alles andre ist nur gefühlt.[/QUOTE] Für mich sind das keine Gaffer, sondern Bürger die ihr Recht auf freien Zugang zu Informationen wahrnehmen. In der nächsten PZ Ausgabe hätten sie entweder gar nicht erfahren oder wie üblich deutlich geschönt und verharmlost. mehr...