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Massive Polizeipräsenz an neuralgischen Punkten in Pforzheim hat dazu beigetragen, dass eine offenbar geplante Massenschlägerei am frühen Abend unterbunden wurde. 

52 Platzverweise: Polizei verhindert nach Hinweis mögliche Massenschlägerei

Pforzheim. Eine Serie von Massenschlägereien in den zurückliegenden Wochen hat die Bevölkerung verunsichert und die Polizei besonders wachsam gemacht. Am Montagabend sorgte im Stadtgebiet massive Polizeipräsenz im erweiterten Bereich der City für Aufsehen. Und das ganz offensichtlich aus gutem Grund.

Wie Polizeisprecher Raphael Fiedler auf PZ-Nachfrage berichtete, hatte die Polizei den „vagen Hinweis“ erhalten, dass es an diesem Montag zu einer weiteren körperlichen Auseinandersetzung zwischen größeren Personengruppen kommen könnte. Genannt worden sei nur der Tag, nicht aber eine Uhrzeit oder ein genauer Ort.

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Polizei erhält Hinweis auf Massenschlägerei

Zunächst sei unklar gewesen, wie fundiert dieser Hinweis war. Dennoch rief die Polizei vorsorglich etliche Beamte, darunter auch Kräfte des Einsatzzugs Karlsruhe, zusammen. „Wir gehen hier auf Nummer sicher“, sagte Fiedler – gerade auch mit Blick auf das Sicherheitsempfinden der Bürger. An den „neuralgischen Punkten“, etwa auch am Benckiserpark, zeigte die Polizei Präsenz, „um möglichen Konfrontationen entgegenzuwirken“.

Tatsächlich waren bereits gegen 17.30 Uhr vor der Schlössle-Galerie Gruppen junger Menschen – dem Augenschein nach überwiegend Migranten – auszumachen, die von etlichen Beamten auf Distanz gehalten wurden. Massenschlägereien hatte es jüngst hier, aber auch im Benckiserpark und in der Nordstadt gegeben.

Wie die Polizei mitteilte, wurden im Rahmen der Präsenz- und Kontrollmaßnahmen an verschiedenen Treffpunkten entsprechender Personengruppen am Montag insgesamt acht Verstöße festgestellt. Die Betroffenen müssen mit Anzeigen unter anderem wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz rechnen. "Während des konsequenten Einschreitens der Polizei wurden insgesamt 52 Platzverweise gegen Personen, hauptsächlich irakischer oder syrischer Herkunft, erteilt", heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Aktuell ist laut Polizei noch kein Zusammenhang zwischen dem eingegangenen Hinweis und den kontrollierten Personengruppen herstellbar. Ein Einschreiten wegen konkret drohender Auseinandersetzungen unterschiedlicher Gruppierungen war demnach nicht erforderlich.

Gibt es in der Stadt mehr Schlägereien als früher?

Nach einem Hoch mit 123 Fällen im Jahr 2015 waren die Zahlen 2016 rückläufig – vergangenes Jahr verzeichnete die Polizei 111 Fälle von Körperverletzung im öffentlichen Raum. Doch in diesem Jahr scheint sich eine Trendwende abzuzeichnen. "Bei der Betrachtung der Vergleichszeiträume der letzten Jahre, jeweils von Januar bis August, stellen wir einen Anstieg der Körperverletzungsdelikte auf Straßen, Wegen und Plätzen im laufenden Jahr fest", räumt Raphael Fiedler, Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe, ein, "diese Tendenz werden wir weiter aufmerksam beobachten und auch auswerten."

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