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© Symbolbild dpa
19.01.2018

Polizei: Angriffe auf Rettungskräfte sind trauriger Alltag

Dass Polizisten bei Einsätzen verletzt werden kommt vor. So wie jüngst, als ein Polizist beim Schlichten eines Streits vor einer Pforzheimer Kneipe von einem 28-Jährigen einen Schlag auf den Kopf verpasst bekam und dienstunfähig wurde. Wie Frank Otruba, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe, auf PZ-Anfrage mitteilt, seien Vorfälle dieser Art mittlerweile trauriger Alltag für Einsatzkräfte – sei es nun die Polizei, Feuerwehr oder Sanitäter.

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Müssen Angriffe auf Rettungskräfte wie Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitäter härter bestraft werden?

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„Alle Kollegen stellen fest, dass fehlender Respekt immer mehr um sich greift. Das fängt schon bei Jugendlichen an“, so Otruba. Als Polizist habe man natürlich ein gewisses Berufsrisiko, da man es oft mit Betrunkenen oder psychisch Kranken zu tun habe. Heutzutage gehörten aber Beleidigungen und Körperverletzungen schon zum Berufsalltag, erzählt er. „Es wird sofort provoziert.“ Schwierig werde es allein schon bei der Aufforderung, den Ausweis zu zeigen.

Lage kann schnell eskalieren

Müsse man beispielsweise zu einer Ruhestörung ausrücken, habe es früher genügt, eine klare Ansage zu machen: danach sei es sofort leiser geworden. Heutzutage könne schon so eine harmlose Situation eskalieren, wenn sich die Anwesenden gegen die Polizei solidarisieren – oftmals seien Alkohol und andere Drogen im Spiel. Um beim Beispiel Ruhestörung zu bleiben: Früher habe es teilweise gereicht, lediglich einen Beamten zu dem Einsatz zu schicken, um die Situation zu regeln. Heutzutage fahren zwei Polizisten los – und oft werde schon Verstärkung bereit gestellt, um im Notfall schnell reagieren zu können. „Wie gesagt, es fehlt der Respekt. Das ist wirklich traurig“, so Otruba. Denn die Einsatzkräfte hätten für ihre Tätigkeit Wertschätzung verdient.

Er verweist auf die Versuche, mit einer sogenannten „Bodycam“ zum Einsatz zu gehen und die Einsätze zu filmen. Nach einer Probephase in Stuttgart, Freiburg und Mannheim soll das Projekt landesweit gestartet werden. „Aber das ist auch kein Allheilmittel“, meint der Polizeisprecher. „An der Einstellung muss sich etwas ändern.“

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