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Ein Papierherz mit der Aufschrift «Liebe Maria, wir werden dich niemals vergessen» hängt in der Nähe des Tatorts am Fluß Dreisam an einem Baum. 

Nach Hussein K.-Urteil: Eltern der ermordeten Maria Ladenburger melden sich zu Wort

Freiburg/Enzkreis. Nach dem Prozess um Hussein K., der vom Freiburger Landgericht wegen Mordes und Vergewaltigung an der Studentin Maria Ladenburger aus dem Enzkreis zur Höchststrafe verurteilt worden war, melden sich nun die Eltern zu Wort. Es sind emotionale Worte, die Dr. Clemens Ladenburger und seine Frau Friederike nach dem Urteil finden.

"Mit großem Respekt nehmen wir Kenntnis vom heutigen Urteil des Landgerichts Freiburg i. Bsg., mit dem der Mord an unserer geliebten Tochter Maria angemessen geahndet worden ist.

Es ist uns wichtig, dass das Gericht die besondere Schwere der Schuld festgestellt hat, die der Täter auf sich geladen hat. Nicht minder bedeutsam ist die vorbehaltene Sicherungsverwahrung, mit der der Rechtsstaat die Allgemeinheit in Deutschland und Europa dauerhaft vor einem hochgefährlichen Menschen schützen kann.

Der erkennenden Kammer des Landgerichts, der Staatsanwaltschaft, der Polizei und allen beteiligten Organen sprechen wir Dank und hohe Anerkennung aus für die außerordentlichen Anstrengungen, dank derer der Täter gefunden und das schreckliche Geschehen umfassend aufgeklärt werden konnte. Der Rechtsstaat hat unter Beweis gestellt, wieviel ihm das Leben eines Menschen und die Ermittlung der Wahrheit wert sind. Seine Reaktion auf die Tat kann sicherstellen, dass von dem Verurteilten keine Gefahr mehr ausgehen kann, und dazu beitragen, dass sich solches Geschehen hoffentlich nie wiederholt.
Der Täter hat uns, den Eltern Marias, ihren Schwestern, ihren Großvätern und ihrer ganzen Familie sowie ihren engen Freundinnen und Freunden unermessliches Leid zugefügt und dieses durch sein Verhalten während des Prozesses noch gesteigert. Kein Urteil kann daran etwas ändern; wir müssen und können es ertragen mit der Kraft, die uns unser Glaube, die Hilfe unserer Freunde und die vielen empfangenen Zeichen der Solidarität geben und für die wir dankbar sind.

Die Tat bleibt unfassbar. Aber dieser Prozess hat entscheidende Erkenntnisse über die Umstände und die Täterpersönlichkeit ans Licht gebracht - nicht zuletzt dank des psychiatrischen Sachverständigen-gutachtens -, die uns bei der Bewältigung dieses Schicksalsschlags weiterhelfen.
Wir hoffen und wünschen uns, dass nach dem heutigen Tag Marias Freundinnen und Freunde, die Studierenden der Universität und die Bürger der Stadt Freiburg, der wir uns eng verbunden fühlen, aufatmen und ein weiteres Stück Normalität wiedererlangen können.

Maria war für uns ein großer Sonnenschein und wird es immer bleiben. Sie lebte Nächstenliebe und Solidarität, versprühte Hoffnung, steckte andere an mit ihrer Lebensfreude und wandte sich einfühlsam jedem zu, der ein gutes Wort und tätige Hilfe brauchte.

Ihr Leben überstrahlt, auch heute, alles Dunkel."

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