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01.03.2018

Mutter und Kind tot in Wohnung - Kohlenmonoxid-Vergiftung vermutet

Offenbach (dpa) - Eine Mutter und ihr Kind sind in einer Wohnung in Offenbach nach ersten Erkenntnissen der Polizei durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung ums Leben gekommen.

Retter fanden die beiden am Donnerstagnachmittag, wie die Polizei berichtete. Für die Frau kam jede Hilfe zu spät, der Junge starb trotz Wiederbelebungsversuchen. Bei den Opfern handele es sich um eine 46-Jährige und einen Fünfjährigen.

Nach Angaben eines Polizeisprechers hatten Anwohner Benzingeruch bemerkt und die Retter gerufen. Ein Kohlenmonoxid-Warngerät schlug Alarm an, so dass die Feuerwehr das Gebäude nur in Schutzkleidung betreten konnte. Offenbar war ein Stromaggregat in der Wohnung betrieben worden. Die genaue Ursache des Unglücks war aber noch unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlung übernommen.

Erst am Montagabend kam es in Niefern zu einem Kohlenmonoxid-Austritt. Glücklicherweise ging dieser Unfall glimpflicher aus.

In Pforzheim gab es im vergangenen Jahr zwei Fälle, die für Aufsehen sorgten.

Um bei niedrigen Temperaturen nicht frieren zu müssen, stellten zwei Männer Anfang Dezember in einem für die Übernachtung genutzten Industriebau an der Frankstraße ein benzinbetriebenes Notstromaggregat auf, um damit ein Heizgerät zu betreiben. Einer der beiden starb in der Nacht auf Samstag durch die ausgetretenen Gase des Stromerzeugers.

Ende März wurde einem Gast einer Shisha-Bar an der Bleichstraße plötzlich übel. Der Mann war dann kurzzeitig bewusstlos. Die Feuerwehr Pforzheim konnte eine stark erhöhte Konzentration an Kohlenmonoxid (CO) messen. Daraufhin wurde die Bar geräumt. Vier weitere Gästen und der Bar-Betreiber wurden zur Behandlung der CO-Intoxikation in Pforzheimer Krankenhäuser eingeliefert.

Was macht Kohlenmonoxid (CO) so gefährlich?

Das Gas ist farb-, geruch- und geschmacklos. Etwa 300 bis 400 Menschen pro Jahr verlieren in Deutschland ihr Leben, weil sie Opfer einer Kohlenmonoxidvergiftung wurden.

Wenn Kohle, Gas oder Benzin nicht vollständig verbrennen, kann sich Kohlenmonoxid bilden. Schon mehrfach gab es Tote und Verletzte, weil jemand einen noch glühenden Holzkohlengrill vom Balkon ins Zimmer gestellt oder in einer geschlossenen Garage gegrillt hat. Wer einen offenen Kamin in der Wohnung hat, muss ebenfalls mit einer unsauberen Verbrennung und Kohlenmonoxidbildung rechnen. Sind dann auch noch die Abzüge defekt oder der Kamin verstopft, kann sich das Gas im Wohnraum ansammeln. Manchmal sogar bei geöffneten Fenstern. Auch an Stromaggregaten, die meist mit Diesel oder Benzin betrieben werden, entstehen giftige Abgase wie Kohlenmonoxid. Ein solches Aggregat, das die Versorgung mit Energie unabhängig vom Stromnetz sicherstellt, sollte also nicht in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen genutzt werden.

Das Einatmen von CO führt zu einem extremen Sauerstoffmangel im Körper. Aus Kopfschmerzen und Übelkeit folgen Herzrasen, Halluzinatonen und Krämpfe. Die Kohlenmonoxid-Opfer werden zunehmend apathisch und leiden unter Atemnot. Je länger die Menschen große Mengen CO einatmen, desto eher tritt der Tod ein. Gefährlich wird es, wenn die Menschen im Schlaf überrascht werden und dann nicht mehr die Kraft finden, sich aus dem Raum zu bewegen, um frische Luft, zum Beispiel durch ein geöffnetes Fenster, einzuatmen.

Die üblichen und vorgeschriebenen Rauchmelder reagieren nicht auf Kohlenmonoxid. Es gibt jedoch CO-Melder, die bei manchen Kaminsituationen auch vom Schornsteinfeger angeordnet werden. Generell gilt: Ein CO-Melder kann Leben retten, denn wer noch die Kraft hat, sich ins Freie zu retten, hat sehr gute Chancen, die Vergiftung zu behandeln. Das geschieht vor allem mit der Gabe von hochdosiertem Sauerstoff. tok

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