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Am Montagabend verhinderte eine Vielzahl von Pforzheimer und Karlsruher Polizisten auf mehreren Plätzen die Eskalation der Lage – hier vor der Schlössle-Galerie. Foto: Meyer
Am Montagabend verhinderte eine Vielzahl von Pforzheimer und Karlsruher Polizisten auf mehreren Plätzen die Eskalation der Lage – hier vor der Schlössle-Galerie. Foto: Meyer
11.10.2018

Nach Gewaltexzessen in Pforzheim: Krisengipfel und Sicherheitsmaßnahmen

Pforzheim. In akuter Sorge sind viele Bürger nach einer Serie von Konfrontationen und Gewalttaten größerer Personengruppen im Stadtgebiet. Dass Stadtverwaltung und Polizei die Probleme ernstnehmen, zeigt eine ganze Reihe von Gegenmaßnahmen.

Der Erste Bürgermeister Dirk Büscher bestätigt auf Nachfrage PZ-Informationen, wonach es am Mittwochabend eine Art Krisengipfel in der Innenstadt gegeben hat.

Am Donnerstag startete zudem eine Aktion, um dunkle Ecken für Bürger weniger beängstigend zu machen. In der Nordstadt, am Benckiserpark und beim Turnplatz, wiederholt auf dem Leo und direkt vor der Schlössle-Galerie hat es in den zurückliegenden Wochen teils heftige Schlägereien mit oft Dutzenden Beteiligten gegeben. „Wie alle beobachte auch ich, dass es bereits seit drei, vier Monaten öfters zu solchen Vorfällen kommt“, sagt der Erste Bürgermeister. Das sei nicht gut für Pforzheims Image, „ist aber noch schlimmer für uns alle und nicht zu dulden.“

Probleme bereiteten völlig unterschiedliche Gruppierungen mit verschiedener Motivation – vom Familienstreit bis zum Zwist unter Jugendlichen. Büscher: „Man kann nicht alle über einen Kamm scheren, und das macht es noch schwieriger.“

Um Wege aus der Krise zu finden, hat es eben dieses Treffen am Mittwochabend gegeben. Laut Büscher nahmen neben ihm und der Spitze des Ordnungsamts – Wolfgang Raff und Martina Dann – weitere Vertreter der Stadtverwaltung, des Kriminalkommissariats, der Citystreife, des Centermanagements der Schlössle-Galerie und Streetworker daran teil. Man habe gemeinsam neuralgische Punkte aufgesucht – den Schlössle-Vorplatz, aber auch den Waisenhaus- und Marktplatz. Es gehe darum, Informationen und Erfahrungen auszutauschen, „das Miteinander noch besser zu vernetzen“. Beobachter schildern, dass an diesem Abend zu sehen gewesen sei, wie junge Männer jugendliche Passantinnen bedrängten – Vorfälle, von denen das Centermanagement immer wieder berichtet.

In einem Telefonat mit der Karlsruher Polizeipräsidentin Caren Denner hat Büscher nach eigenen Angaben den Wunsch der Stadt bekräftigt, dass die Polizei für solche Einsätze ihr hiesiges Personal durch auswärtige Kräfte verstärkt. Das habe im Frühjahr, aber auch wieder am Montag dieser Woche Früchte getragen, als die Polizei nach einem Hinweis zu einer möglichen Massenschlägerei massiv Präsenz zeigte. Sie erteilte 52 Platzverweise, die sich überwiegend an Personen syrischer und irakischer Herkunft richteten. Auch Anzeigen wegen Drogenbesitzes waren die Folge.

Polizeisprecher Raphael Fiedler: „Wir sind dabei, herauszufinden, welche verschiedenen Gruppierungen agieren und welche Konflikte bestehen. Zu gegebener Zeit werden wir die daraus resultierenden Maßnahmen vorstellen.“

Die personell angespannte Lage der Polizei sei bekannt, so Büscher. Sie könne diese Aufgabe nicht alleine stemmen. „Viele Bausteine“ seien nötig, weiß Büscher. Er plädiert dafür, die städtischen flankierenden Maßnahmen weiter zu stärken. Es gelte, die Präsenz der Citystreife zu erhöhen – deren Wochenpräsenz wurde seit Juli von 14 auf 43 Stunden mehr als verdreifacht. Streetwork sei wichtig, aber auch die Gestaltung des öffentlichen Raums gehört zum von Stadt und Gemeinderat geschnürten Paket. Im Zuge eines im Klingelpark vorgestellten Konzepts werden sukzessive in Parks und Anlagen Büsche und Bäume so geschnitten, dass alles gut einsehbar ist und dunkle Nischen verschwinden.

Mehr lesen Sie am Freitag, 12. Oktober, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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Eiermann
12.10.2018
Nach Gewaltexzessen in Pforzheim: Krisengipfel und Sicherheitsmaßnahmen

...52 Platzverweise, die sich überwiegend an Personen syrischer und irakischer Herkunft richteten... Aber nein, ist ja alles nicht wahr und nur von bösen rechten Hetzern erfunden. Wie lange will man eigentlich so weitermachen und immer nur von der bunten und vielfältigen Stadt schwärmen? Die Politik ist aufgefordert zu handeln und notwendige Maßnahmen zu treffen, dass solche Störenfriede dorthin abgeschoben werden, wo sie herkommen. Es kann doch nicht sein, dass "junge Männer" völlig ...... mehr...

Isis
12.10.2018
Nach Gewaltexzessen in Pforzheim: Krisengipfel und Sicherheitsmaßnahmen

zu spät. Kalkutta ist angekommen. Wie vorausgesagt. Bleibt zu hoffen, daß die GutGläubigen, Doofen auch mal ihre Erfahrungen mahcen (düren). mehr...