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Polizisten in Pforzheim und der Region sehen sich immer häufiger Gewalt ausgesetzt. 

Widerstand, Beleidigungen, Verletzungen - Welle der Gewalt gegen Polizei in Region

Pforzheim/Lomersheim/Wiernsheim. Eine Welle der Gewalt ist der Polizei am Wochenende in der Region entgegen geschlagen: Gleich dreimal mussten sich die Beamten bei Einsätzen in Pforzheim, Lomersheim und Wiernsheim gegen gewalttätige Personen wehren, wurden beleidigt und erlitten Verletzungen. 

Am Samstag um 3.15 Uhr wurde die Polizei von Anwohnern an den Wolfgangweg nach Lomersheim gerufen, wo sechs Jugendliche an einem Bolzplatz die nächtliche Ruhe störten und miteinander rangelten. Die Polizisten sprachen zu Beginn mehrere Platzverweise aus, die von den Heranwachsenden allerdings nicht befolgt wurden. In der Folge beleidigten die jungen Leute die Polizisten und randalierten, weshalb ein 17-jähriger Deutscher schließlich in Gewahrsam genommen wurde. Zwei weitere Personen im Alter von 17 und 18 Jahren mussten von den Beamten mittels Pfefferspray auf Distanz gehalten werden, da sie ihrem Kumpel zur Hilfe eilen wollten. Beide wurden von der Besatzung eines Rettungswagens vorsorglich untersucht und konnten im Anschluss nach Hause gehen.

Ebenfalls am Samstag leistete ein betrunkener Deutscher um 9 Uhr in Pforzheim an der Weiherstraße Widerstand gegen die Ordnungshüter. Eine Passantin hatte der Polizei eine betrunkene, nicht mehr ansprechbare Person gemeldet. Nachdem es den Beamten gelungen war, den 40-jährigen Mann zu wecken, ging er sofort verbal und körperlich aggressiv auf die Beamten zu und schlug nach diesen. Als weitere Polizeistreifen eintrafen, ergriff der 40-Jährige zunächst die Flucht, konnte jedoch kurz darauf festgenommen werden. Insgesamt wurden dabei vier Polizisten leicht verletzt. Ein im Anschluss durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,6 Promille bei dem 40-Jährigen.

Am Sonntagabend gegen 20.30 Uhr passierte es wieder, dieses Mal auf dem Wiernsheimer Marktplatz während einer Personenkontrolle. Die Polizei entdeckte eine kleine Menge Betäubungsmittel bei einem 21-jährigen Deutschen, der anschließend heftigen Widerstand gegen seine Ingewahrsamnahme leistete. Dabei ging es so wild zu, dass die beiden Polizisten anschließend nach der Durchführung der notwendigen strafprozessualen Maßnahmen ihren Dienst aufgrund der erlittenen Prellungen und Schürfwunden beenden mussten.

Gewalt gegen Polizisten

Die Gewalt gegenüber Polizisten hat in der jüngsten Vergangenheit drastisch zugenommen. 15 Fälle gab es 2017 im Pforzheimer Stadtgebiet. Diese Größenordnung, so eine Polizeisprecherin, habe man 2018 schon im April erreicht. „Der Respekt vor Autoritäten hat in der Gesellschaft deutlich nachgelassen“, bestätigte der Pforzheimer Amtsgerichtsdirektor Oliver Weik. Da müsse man „Flagge zeigen“ und „den Strafrahmen in seiner ganzen Bandbreite in Betracht ziehen“. 

Den Trend zur Gewaltbereitschaft zeigen auch eine ganze Reihe von Polizeimeldungen, die PZ-news allein in der ersten Jahreshälfte 2018 gesammelt hat, ohne dass die Link-Liste Anspruch auf Vollständigkeit hat:

Renitenter Partygänger verletzt bei Personenkontrolle in Pforzheim drei Polizisten

15-Jährige randaliert im Suff und verletzt Polizisten

Bei Kontrolle: Betrunkene schlagen Polizistin ins Gesicht

Polizei: Angriffe auf Rettungskräfte sind trauriger Alltag

Rettungskräfte wappnen sich gegen Gewalt

Betrunkener randaliert bei Personenkontrolle in Ötisheim: Polizist verletzt

Auseinandersetzung vor Kneipe in Pforzheim: Polizist dienstunfähig geschlagen

18-Jähriger greift Polizisten bei Kontrolle mit Messer an

Schläge ins Gesicht: Betrunkener 40-Jähriger verletzt Polizisten in Niefern schwer

Gewalt gegen Einsatzkräfte: Mühlackers Feuerwehr-Chef als Experte bei Lanz

Gewerkschaft der Polizei: Führerscheinentzug bei Gewalt gegen Beamte

Feuerwehr, Rotes Kreuz und THW über Probleme im Helfer-Alltag

Discogäste wollen Festnahme von renitentem 24-Jährigem verhindern

Heftiger Widerstand: Mann pöbelt, randaliert, bespuckt und verletzt Polizisten