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Gasaustritt in Pforzheim: Ermittlungen laufen - Wie verliefen andere Fälle in der Vergangenheit?

Pforzheim. Nach dem schweren Gas-Unglück in einer Wohnung in Pforzheim geht die Suche nach der Ursache weiter. «Zur Stunde gibt es keine neuen Erkenntnisse», sagte ein Sprecher der Polizei am frühen Samstagmorgen.

Später konnte die Polizei Entwarnung bei den zwei eingelieferten Frauen geben, sie waren außer Lebensfgefahr. Der Mann hingegen befand sich am Samstagmittag noch immer in einem krititischen Zustand.

Gasaustritt: Drei leblose Personen in Pforzheimer Wohnung
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Gasaustritt: Drei leblose Personen in Pforzheimer Wohnung

Die Rettungskräfte hatten am Freitagabend drei bewusstlose Menschen aus dem Mehrfamilienhaus in der Pforzheimer Innenstadt geholt. Bei den lebensgefährlich Verletzten handle es sich um einen 39-jährigen Mann und zwei Frauen im Alter von 47 und 22 Jahren, hieß es. Für die hohe Kohlenmonoxid-Konzentration könnten Gasthermen in der Wohnung verantwortlich gewesen sein. Die Feuerwehr teilte kurz darauf allerdings mit, dass ein Schornsteinfeger eine tote Taube im Abgasrohr fand - und dieses dadurch wohl blockiert war.

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Gasaustritt in Pforzheim: Drei Personen in Lebensgefahr

Wie verliefen andere Fälle in der Vergangenheit?

Immer wieder sorgt Gasaustritt für Großeinsätze. Erst Mitte Februar mussten etwa in Ketsch (Rhein-Neckar-Kreis) Anwohner nahe einer Firma für Recyclinganlagen evakuiert werden, nachdem dort ein Tank mit hochentzündlichem Propangas beschädigt worden war. In Kusterdingen (Kreis Tübingen) musste Anfang Februar ein Kindergarten wegen eines Gaslecks aufgrund eines technischen Defekts geräumt werden. In beiden Fällen wurde niemand verletzt. Bereits einige Zeit zurück liegt eine Evakuierung in Mannheim. Dort mussten bereits im Januar 2017 300 Personen ihre Häuser verlassen, nachdem durch eine undichte Leitung Erdgas in einen Keller geströmt war, wodurch Explosionsgefahr bestand. Doch nicht immer geht es so glimpflich aus: Im Dezember vergangenen Jahres kam es zum Großeinsatz in Enzberg. Der Verdacht auf Kohlenmonoxid bestätigte sich in der Flüchtlingsunterkunft aber nicht, Ursache der Gesundheitsprobleme waren Faulgase. Im März 2017 war eine Schule in Nagold geräumt worden, nachdem eine Chemikalie ausgetreten war. Betroffen waren 1500 Schüler und Lehrer, von denen 60 über Atemwegsreizungen klagten.

Tödlich ausgegangen war indes ein Vorfall, der sich erst vor wenigen Tagen in Esslingen jährte. Dort starben die 29-jährigen Eltern und ihre drei und vier Jahre alten Kinder an einer Kohlenmonoxidvergiftung, wohl verursacht durch die Heizungsanlage. 

Was macht Kohlenmonoxid (CO) so gefährlich?

Das Gas ist farb-, geruch- und geschmacklos. Etwa 300 bis 400 Menschen pro Jahr verlieren in Deutschland ihr Leben, weil sie Opfer einer Kohlenmonoxidvergiftung wurden.

Wenn Kohle, Gas oder Benzin nicht vollständig verbrennen, kann sich Kohlenmonoxid bilden. Schon mehrfach gab es Tote und Verletzte, weil jemand einen noch glühenden Holzkohlengrill vom Balkon ins Zimmer gestellt oder in einer geschlossenen Garage gegrillt hat. Wer einen offenen Kamin in der Wohnung hat, muss ebenfalls mit einer unsauberen Verbrennung und Kohlenmonoxidbildung rechnen. Sind dann auch noch die Abzüge defekt oder der Kamin verstopft, kann sich das Gas im Wohnraum ansammeln. Manchmal sogar bei geöffneten Fenstern. Auch an Stromaggregaten, die meist mit Diesel oder Benzin betrieben werden, entstehen giftige Abgase wie Kohlenmonoxid. Ein solches Aggregat, das die Versorgung mit Energie unabhängig vom Stromnetz sicherstellt, sollte also nicht in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen genutzt werden.

Das Einatmen von CO führt zu einem extremen Sauerstoffmangel im Körper. Aus Kopfschmerzen und Übelkeit folgen Herzrasen, Halluzinatonen und Krämpfe. Die Kohlenmonoxid-Opfer werden zunehmend apathisch und leiden unter Atemnot. Je länger die Menschen große Mengen CO einatmen, desto eher tritt der Tod ein. Gefährlich wird es, wenn die Menschen im Schlaf überrascht werden und dann nicht mehr die Kraft finden, sich aus dem Raum zu bewegen, um frische Luft, zum Beispiel durch ein geöffnetes Fenster, einzuatmen.

Die üblichen und vorgeschriebenen Rauchmelder reagieren nicht auf Kohlenmonoxid. Es gibt jedoch CO-Melder, die bei manchen Kaminsituationen auch vom Schornsteinfeger angeordnet werden. Generell gilt: Ein CO-Melder kann Leben retten, denn wer noch die Kraft hat, sich ins Freie zu retten, hat sehr gute Chancen, die Vergiftung zu behandeln. Das geschieht vor allem mit der Gabe von hochdosiertem Sauerstoff. tok

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