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...Dresden...
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Bereits fleißig Werbung in eigener Sache machen einige Bewerberstädte zur Kulturhauptstadt 2025. Darunter Magdeburg...
Bereits fleißig Werbung in eigener Sache machen einige Bewerberstädte zur Kulturhauptstadt 2025. Darunter Magdeburg...
...und Hildesheim.
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26.07.2018

Kulturhauptstadt 2025? So ist die Lage bei Pforzheims siebeneinhalb Konkurrenten

Pforzheim. Nachdem der Pforzheimer Gemeinderat grünes Licht gegeben hat, ein Konzept für die Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt 2025 zu entwerfen, lohnt sich ein Blick auf die Mitbewerber und die, die bereits das Handtuch geworfen haben.

Chemnitz

Unter dem Motto „AUFbrüche“ bewerben sich Chemnitz (rund 240.000 Einwohner) und Region und sehen dabei „die Spannung zwischen Identität und Veränderung als ein zentrales europäisches Thema“. Bereits im März 2017 hat sich seine Lenkungsgruppe unter Vorsitz von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig formiert, die die Bewerbung steuert. Seit 2015 ist der ehemalige ungarische Staatssekretär Ferenc Csák Leiter des Kulturbetriebs der Stadt und des Kulturhauptstadt-Projekts. www.chemnitz2025.de

Dresden

Die Elbmetropole mit ihren knapp 540.000 Einwohnern ist die zweite Bewerberin aus Sachsen. Die Stadt führt zwar ihre architektonischen Kostbarkeiten, historische Kunstschätze und Kultureinrichtungen von Weltrang ins Feld, zeigt in ihrer Bewerbung aber auch auf, dass „Dresden Bühne und Austragungsort für Konflikte und Probleme ist“. Anfang März 2017 rief das Kulturhauptstadtbüro zum Wettbewerb „2025 Euro für 2025“ auf. Damit hatten Kulturschaffende Initiativen die Chance, jeweils 2025 Euro für Projekte zu erhalten. Insgesamt wurden 13 Projekte ausgewählt und zwischen Juni und Dezember 2017 realisiert. Seit 2016 gibt es eine Vielzahl an Veranstaltungen. Der Schriftsteller, Filmemacher, Theatermacher und Dozent Michael Schindhelm soll die Bewerbung Dresdens vorantreiben.

Hannover

Mit einem Ratsbeschluss vom Februar 2018, der mit großer Mehrheit gefallen ist, hat die Stadt mit ihren 530 000 Einwohnern dem Kulturhauptstadtbüro für die Jahre 2018 bis 2020 zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt, davon 600.000 Euro für dieses Jahr. Das Leitthema soll dabei „Nachbarschaft“ sein. Das Bewerbungsteam verfügt unter anderem über einen „Mobilen Kulturhauptstadt-Kiosk“, in dem Künstler und Kulturschaffende mit Bürgern ins Gespräch kommen. www.pzlink.de/hannover 

Hildesheim

Auf Wunsch und Initiative von Bürgern entstand 2015 im Jubiläumsjahr des 1200. Geburtstags der Stadt der Wunsch, Hildesheim zur Kulturhauptstadt Europas zu machen. Es begann ein über einjähriger Prozess der „Arbeitsgruppe 2025“, der im April 2017 dazu führte, dass der Rat der Stadt (rund 100.000 Einwohner) einstimmig für die Vorbereitung der Bewerbung stimmte. In der „Interkommunalen Vereinbarung zur Zusammenarbeit im Bereich Kultur“ haben Stadt und Landkreis eine intensive Zusammenarbeit vereinbart: das seit November 2017 arbeitende Projektbüro „Hi2025“. www.hi2025.de 

Magdeburg

Die Einbindung der Bevölkerung steht bei der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt unter dem Titel „Machen!“ im Vordergrund. Die Stadt mit ihren rund 230.000 Einwohnern bereitet sich seit mehreren Jahren auf die Bewerbung vor. Mit Tamás Szalay steht seit zwei Jahren ein Experte an der Spitze des Kulturhauptstadtbüros, der im ungarischen Pécs erfolgreich die Kulturhauptstadtbewerbung für das Jahr 2010 managte. www.magdeburg2025.de 

Nürnberg

Infoveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Experten-Runden: Regelmäßig laden Stadt (511.000 Einwohner) und Metropolregion Nürnberg seit 2017 ihre Bürger im Rahmen der Bewerbung ein. Es gibt ein Kulturhauptstadt-Büro, Aktionstage, Wettbewerbe, Projekte und vieles mehr. www.pzlink.de/nuernberg 

Zittau

Zittau (25.723 Einwohner) will sich mit den Landkreisen Bautzen und Görlitz, dem Sechs-Städte-Bund, dem Städtedreieck Kleines Dreieck und weiteren Partnern wie dem tschechischen Liberec und den Umlandgemeinden um den Titel bewerben. In der Bewerbung sieht Landrat Bernd Lange (CDU) die Chance für die Region, zusammenzurücken und dem Rest Europas zu zeigen, welche kulturelle Vielfalt das Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Polen bietet. Das Thema „Brücken“ wird sich in der Bewerbung widerspiegeln. Doch vorerst sollen die Zittauer Bürger am 26. Mai 2019 über eine Bewerbung entscheiden. www.zittau.de/de/Zittau2025 

Gera

Die thüringische Stadt ist wohl nur noch als halber Konkurrent zu werten: Angesichts der Absage der Städte Nürnberg und Chemnitz, die kein Interesse an der von Oberbürgermeisterin Viola Hahn angeregten, gemeinsamen Bewerbung haben, legt die Stadtverwaltung das Thema ad acta. Doch eine Bürgergruppe führt die Kulturhauptstadtbewerbung weiter. www.gera2025.de 

Die drei Aussteiger

Ausgestiegen aus dem Bewerberreigen ist Halle. Oberbürgermeister Bernd Wiegand wollte mit dem Motto „Vernetzte Stadt“ antreten, doch im Gemeinderat stimmten 23 Stadträte dagegen, 20 dafür und vier enthielten sich der Stimme.

Auch Kassel ist draußen: Die Rathausspitze empfahl der Stadtverordnetenversammlung im März, die Bewerbung nicht weiter zu verfolgen. „Angesichts der knappen Ressourcen ist das eine Herausforderung, die unsere Möglichkeiten gewaltig überdehnen würde“, sagte Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD). Stattdessen will sich die Stadt unter anderem auf die Kunstausstellung documenta konzentrieren (www.kassel.de/kulturhauptstadt).

Koblenz ist ebenfalls aus dem Rennen. Der Grund: Ministerpräsidentin Malu Dreyer erklärt in einem Brief an Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig, dass die Landesregierung das anvisierte Koblenzer Vorhaben nicht finanziell unterstützen könne und werde. Die Stadt zieht aus dieser Absage Konsequenzen – und nimmt das Thema Kulturhauptstadt von der politischen Agenda.

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